Sich Gehör verschaffen mit wertschätzender Kommunikation

Am 6. Juni 2018 trafen wir uns mit 4 Teilnehmern zum Thema „Sich Gehör verschaffen durch wertschätzende Kommunikation“. Nachdem die Moderatorinnen Silke Marcello und Monika Neuwinger das Konzept sowie die Spielregeln des ABZ vorgestellt hatten, gab es eine kurze Vorstellungsrunde.

Im Anschluss an die Ankommensmeditation erfolgte eine kurze Einführung in das Thema Gewaltfreie Kommunikation (GFK) nach Marshal Rosenberg. Denn im täglichen Miteinander ist die Versuchung groß, bei zwischenmenschlichen Schwierigkeiten die andere Person zu kritisieren und zu verurteilen. “Der andere ist schuld und wenn der sich nur ändern würde, wäre alles ganz anders!” Selten führt diese Art der Kommunikation zu einvernehmlichem Konsens – eher zu Konflikten und Eskalation. Die vier Schritte der GFK (Beschreibung der Situation ohne Bewertung, Benennen von Gefühl und dann Bedürfnis sowie das Formulieren einer Bitte) kann hier sehr hilfreich sein und Verbindung schaffen.

In einer ersten Übung ging es deshalb darum, sich über die eigenen Gefühle in einem bestimmten Moment bewusst zu werden. Die Teilnehmer wurden eingeladen, sich bestimmte, vorgegebene Situationen  (die vorgelesen wurden) vorzustellen und wahrzunehmen, was sie dabei empfinden. Interessant war, dass die Teilnehmer in Bezug auf ein und die selbe Situation durchaus unterschiedliche Gefühle hatten.

Gefühle weisen auf Bedürfnisse hin.  Die zweite Übung unterstützte die Teilnehmer deshalb spielerisch dabei, sich der eigenen Bedürfnisse bewusst zu werden. Ein Teilnehmer A nannte eine Tätigkeit ( z.B. spazieren gehen), die er gerne ausführt und zwei andere Teilnehmer B und C haben Angebote  gemacht, welche Bedürfnisse (Entspannung, Bewegung) er sich damit erfüllt. A entscheidet sich für eins der beiden Angebote, z.B. Bewegung. Nun wiederholte das „übrig gebliebene“ B sein Bedürfnis (Entspannung) und die anderen Teilnehmer boten neue mögliche Strategien an, mit denen dieses Bedürfnis erfüllt werden könnte (Badewanne, Massage) und immer so weiter. So wechselten Bedürfnisse und Strategien stets ab und die Zuordnung wurde mit der Zeit immer leichter. Eine hilfreiche Übung für den Alltag, um schneller zu erkennen, was uns wirklich gut tut und was wir in bestimmten Situationen brauchen.

 

Nach der Pause wurde dann an einem praktischen Beispiel demonstriert, wie die vier Schritte der GFK in einer Konfliktsituation gegangen werden können. Eine Teilnehmerin stellte eine persönliche kleine Konfliktsituation zur Verfügung und alle anderen Teilnehmer unterstützten sie bei der Suche nach den möglichen Gefühlen und den dahinter liegenden Bedürfnissen. Deutlich sichtbar war es für alle, mit welchen der Angebote die Teilnehmerin in Resonanz ging. Im Anschluss formulierte sie eine wertschätzende Bitte.

Insgesamt gab es einen regen Austausch und es waren sich alle einig, dass es zwar sehr ungewohnt ist, bewertungsfrei zu kommunizieren, dass sich die Übung jedoch durchaus lohnt!

Nur wer stetig übt, wird Fortschritte erzielen.

 

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